5 Getränke-Fragen, die mir jede Woche gestellt werden

Welche Getränke sind bei Reflux geeignet? Muss Wasser immer still und zimmerwarm sein? Ist Kaffee grundsätzlich problematisch? Und solltest du zu einer Mahlzeit überhaupt etwas trinken?

Beim Thema Getränke bei Reflux und stillem Reflux entstehen schnell viele Regeln und Unsicherheiten. Genau deshalb beantworte ich hier die fünf Fragen, die mir in der Ernährungsberatung wirklich jede Woche gestellt werden.

Deshalb beantworte ich in dieser Folge von "Der Reflux Realtalk" die fünf Fragen, die mir in der Ernährungsberatung wirklich jede Woche gestellt werden.

In dieser Podcastfolge beantworte ich fünf Fragen, die mir in der Ernährungsberatung immer wieder gestellt werden. Und zu jeder bekommst du eine konkrete Anregung, wie du deine persönliche Verträglichkeit beobachten kannst.

  1. Sind kalte Getränke bei Reflux ungünstig?

Musst du bei Reflux auf eiskaltes Wasser oder kalten Tee verzichten? Die Temperatur eines Getränks kann die Vorgänge im Magen beeinflussen. Untersuchungen zur Magenentleerung zeigen, dass sich unterschiedlich temperierte Getränke nicht völlig gleich verhalten: sehr kalte Getränke können die Magenbewegung und -entleerung vorübergehend beeinflussen. Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass jeder Mensch mit Reflux nur noch warme Getränke zu sich nehmen sollte. Wenn du vermutest, dass die Temperatur bei dir eine Rolle spielt, probiere es aus: Trinke dein Wasser eine Woche lang zimmerwarm statt eisgekühlt und beobachte, ob sich Sodbrennen oder Aufstoßen verändern.

  1. Ist Sprudelwasser bei Reflux tabu?

Durch kohlensäurehaltige Getränke gelangt Gas in den Magen, das anschließend unter anderem durch Aufstoßen wieder entweichen kann. Gerade Menschen, die ohnehin häufig unter Aufstoßen, Druckgefühl oder Reflux leiden, empfinden das oft als unangenehm. Wenn du viel Mineralwasser mit Kohlensäure trinkst und häufig Beschwerden hast, kannst du für einige Tage auf stilles Wasser umsteigen und vergleichen, ob sich Aufstoßen oder Druckgefühl verändern.

  1. Hilft Milch gegen Sodbrennen?

Ein Glas Milch gilt noch immer als klassisches Hausmittel gegen Sodbrennen – das sämige Gefühl wirkt zunächst angenehm. Wissenschaftlich ist die Frage allerdings weniger eindeutig. Milch enthält sowohl Fett als auch Eiweiß, und ältere Untersuchungen zu einzelnen Nährstoffen deuten darauf hin, dass Fett die Funktion des unteren Speiseröhrenschließmuskels und die Magenentleerung beeinflussen kann, während Eiweiß teilweise andere Effekte zeigte. Gute direkte Untersuchungen speziell zur Wirkung von Milch bei Reflux sind jedoch rar. Eine pauschale Antwort wie „Milch hilft" oder „Milch ist schlecht" greift deshalb oft zu kurz. Probiere stattdessen aus, ob du Milch mit unterschiedlichem Fettgehalt verschieden gut verträgst.

  1. Muss ich bei Reflux auf Kaffee verzichten?

Für viele Menschen ist das die entscheidende Frage. Ältere mechanistische Untersuchungen zeigen, dass sowohl koffeinhaltiger als auch entkoffeinierter Kaffee den Druck des unteren Speiseröhrenschließmuskels beeinflussen kann. Bevölkerungsbezogene Untersuchungen ergeben dagegen kein einheitliches Bild für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen Kaffee und Reflux insgesamt. Die erste Konsequenz muss deshalb nicht zwangsläufig lauten, Kaffee dauerhaft komplett zu streichen. Teste stattdessen eine einzelne Stellschraube: Trink deinen Kaffee eine Woche lang erst nach dem Frühstück statt auf nüchternen Magen und beobachte, ob sich etwas ändert.

  1. Solltest du während der Mahlzeiten trinken?

„Trinke nichts zum Essen", auch diese Empfehlung begegnet Menschen mit Reflux immer wieder. Doch so einfach lässt sich die Frage nicht beantworten. Eine Rolle könnte vielmehr das Gesamtvolumen im Magen spielen: Größere Mahlzeiten beziehungsweise ein größeres Volumen können den Magen stärker dehnen und damit Reflux begünstigen. Es geht deshalb weniger um die starre Regel „Trinken zum Essen: ja oder nein?", sondern eher darum, wie viel du auf einmal isst und trinkst. Was du machen kannst: trinke kleine Schlucke über die Mahlzeit verteilt statt eines großen Glases auf einmal, und beobachte, wie es dir damit geht.

Welche Getränke sind bei Reflux nun am besten?

Nach diesen fünf Fragen wird vor allem eines deutlich: Die eine perfekte Getränkeliste für alle Menschen mit Reflux gibt es nicht. Statt vorsorglich Kaffee, Sprudel, Milch oder kalte Getränke zu streichen, kannst du gezielt beobachten, welche Faktoren bei dir tatsächlich eine Rolle spielen. Wichtig dabei: Verändere möglichst nicht alles gleichzeitig. Wähle zunächst die Frage aus, die dich am meisten beschäftigt, probiere eine Veränderung aus und beobachte, was passiert. So entsteht aus einer allgemeinen Ernährungsempfehlung nach und nach persönliche Orientierung und genau darum geht es auch in dieser Podcastfolge.

🎧 In der aktuellen Folge von „Der Reflux Realtalk" beantworte ich die fünf häufigsten Fragen zu Getränken bei Reflux und gebe dir zu jeder Frage eine konkrete Möglichkeit mit, deine persönliche Verträglichkeit im Alltag genauer zu beobachten.

 

Für deinen Einstieg und deine erste Orientierung gibt es bei mir zwei Bücher, die dir hier weiterhelfen können, je nachdem, was du gerade brauchst.

Wenn du direkt refluxfreundlich kochen möchtest, findest du in „111 Rezepte bei Reflux" eine große Auswahl fertiger Gerichte, bei denen viele Fragen schon mitgedacht sind. Das Buch ist dabei mehr als eine reine Rezeptsammlung: es enthält fundierte Hintergrundinfos sowie ganz konkrete Beobachtungen und Tipps aus meinem Praxisalltag.
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In meinem zweiten Buch „Dein Ernährungsratgeber Stiller Reflux" widme ich mich dem Stillen Reflux, der häufig lange unerkannt bleibt. Auch hier bekommst du fundierte Infos und konkrete Tipps zur Frage welche Rolle Verdauung, Nervensystem, Stress und Ernährung spielen. Außerdem kannst du mit einer strukturierten 3-Wochen-Kur starten.
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Gesunder Darm: Warum es kein einzelnes Maß gibt
Dein Darm arbeitet den ganzen Tag und meist unbemerkt. Er transportiert den Nahrungsbrei weiter, nimmt Wasser und Nährstoffe auf und bereitet den Stuhl vor. Von der Mahlzeit bis zum Stuhlgang vergeht dabei häufig mehr als ein Tag und diese Zeit ist von Mensch zu Mensch verschieden. Ein gut arbeitender Darm fällt im Alltag deshalb meist kaum auf.

Einen einzelnen Wert, an dem du ablesen könntest, dass dein Darm „gesund" ist, gibt es nicht. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 kommt zu dem Ergebnis, dass es bisher keine einheitliche, allgemein anerkannte Definition von Darmgesundheit gibt. Auch ein „gesundes Mikrobiom" lässt sich nicht genau festlegen, weil Menschen sich darin stark unterscheiden. Ein Idealbild, an dem du dich messen müsstest, existiert also nicht. Es gibt aber Zeichen, die du selbst beobachten kannst.

Drei Alltagszeichen, die dir Orientierung geben

  • Der Rhythmus: In einer Untersuchung mit zufällig ausgewählten Erwachsenen, bei denen Erkrankungen ausgeschlossen worden waren, lag der Stuhlgang bei nahezu allen zwischen dreimal am Tag und dreimal in der Woche. Das ist eine große Spannbreite. Wichtiger als die Zahl ist, was für dich üblich ist und ob sich daran etwas verändert hat.
  • Die Form: Die Bristol-Stuhlformenskala unterscheidet sieben Formen, von sehr hartem, klumpigem Stuhl bis zu sehr weichem oder flüssigem Stuhl. Als üblich gelten die mittleren Formen. Harter Stuhl kann auf eine eher langsame, sehr weicher auf eine eher schnelle Darmpassage hinweisen. Die Skala ist eine Orientierung und keine Diagnose. Einzelne Ausreißer kommen vor, interessant ist das Muster über mehrere Tage.
  • Wie es sich anfühlt: Gehst du ohne starkes Pressen? Kommt der Drang rechtzeitig? Hast du danach das Gefühl, dass alles draußen ist? Und wie fühlt sich dein Bauch zwischen den Mahlzeiten an? Etwas Luft im Darm kann zur Verdauung dazu gehören.

Kein einzelnes Zeichen sagt für sich allein viel aus. Aussagekräftiger ist das Gesamtbild aus Rhythmus, Form und Gefühl über einen längeren Zeitraum.

Schwankungen einordnen und wissen, wann eine Abklärung sinnvoll ist
Dein Darm reagiert auf vieles: auf Schlaf, Stress, Reisen, bei Frauen auch auf den Zyklus, auf Essenszeiten und manchmal auf Medikamente. Kurze Schwankungen gehören deshalb dazu. Wichtig wird es, wenn sich etwas über mehrere Wochen verändert, ohne dass du einen Grund erkennst. Dann gehört das ärztlich abgeklärt. Das gilt auch, wenn Blut im Stuhl auftritt oder du ungewollt Gewicht verlierst, dann bitte zeitnah. Auch die Leitlinie zum Reizdarm sieht vor, dass zuerst andere Erkrankungen ausgeschlossen werden, bevor Beschwerden als Reizdarm eingeordnet werden.

Für dich mit Reflux heißt das: Wenn Reflux, Völlegefühl und Veränderungen beim Stuhlgang zusammen auftreten, lohnt es sich, sie gemeinsam zu betrachten und nicht jedes für sich.

Dein Praxisimpuls für die kommende Woche

Ergänze heute Abend im Kopf oder in einer kurzen Notiz diesen Satz: „Für mich ist üblich …" Zum Beispiel: „einmal täglich, meist am Vormittag, und mein Bauch ist dabei ruhig." Oder: „jeden zweiten Tag, ohne Druck." So kennst du deine eigene Spannbreite und merkst schneller, wenn sich etwas verändert.

🎯 Eine Woche beobachten: Dein Reflux-Symptom-Tagebuch

Wie hängen deine Mahlzeiten, dein Alltag und deine Beschwerden zusammen? Mit dem kostenlosen Symptom-Tagebuch hältst du eine Woche lang Mahlzeiten, Getränke, Situationen und Beschwerden fest. Veränderungen an deinem Bauch kannst du dort bei den Beschwerden mit notieren.

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🍽️ Refluxfreundlich essen: Dein 3-Tage-Meal Plan → https://www.sabine-schreiner.de/reflux_meal-plan/

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