Ich weiß eigentlich, was mir helfen würde: warum klappt es bei Reflux trotzdem nicht?

Vielleicht kennst du das: Du hast dich informiert, ein Buch gelesen, dich mit Ernährung bei Reflux beschäftigt. Du könntest wahrscheinlich selbst erklären, warum große, fettige Mahlzeiten am Abend eher ungünstig sind oder warum Stress deine Beschwerden verstärken kann. Und trotzdem verändert sich in deinem Alltag nicht automatisch etwas.

Dieses Gefühl: "ich komm einfach nicht drauf" oder "warum klappt es bei mir nicht", kann sich ziemlich frustrierend anfühlen, fast so, als würde dir etwas Grundlegendes fehlen. Meistens bedeutet es aber nur eines: Wissen und Umsetzung sind zwei unterschiedliche Dinge, die getrennt voneinander wachsen.

In dieser Podcastfolge von "Der Reflux Realtalk" zeige ich dir drei Stellen, an denen genau diese Lücke entstehen kann und was du an jeder Stelle konkret tun kannst.

  1. Wissen sagt dir das Was, nicht automatisch das Wie in deinem Alltag

Ein Buch oder eine Liste kann gut erklären, was refluxfreundlich ist: weniger Fett hier, eine andere Garmethode dort, kleinere Portionen, bestimmte Trigger meiden. Was all das nicht lösen kann, ist die Übersetzung in deinen ganz eigenen, oft nicht besonders geordneten Alltag, zum Beispiel an einem stressigen Abend, an dem der Kühlschrank leer ist und schnell etwas auf den Tisch soll.
In der Beratung erlebe ich sehr oft, dass Menschen fachlich schon ziemlich genau Bescheid wissen und trotzdem unsicher werden, sobald es um die konkrete Umsetzung geht. Das ist in dem Fall ein Übersetzungsproblem und diese Übersetzung passiert nicht automatisch nur durchs Lesen. Konkret hilft: eine ehrliche Bestandsaufnahme, wo du eigentlich schon weißt, was dir helfen würde, es im Alltag aber bisher nicht umsetzt.

  1. Ungeplante Situationen werfen neue Fragen auf

Zuhause, mit etwas Zeit und Vorbereitung, klappt bei vielen inzwischen einiges gut. Schwierig wird es typischerweise bei Situationen, die nicht geplant waren: die spontane Einladung, die Geschäftsreise, ein Familienfest mit Buffet. Ein Buch kann nicht jede einzelne Situation deines Lebens vorab durchspielen. Es kann dir Prinzipien mitgeben, aber die Anwendung auf eine ganz konkrete, ungewohnte Situation bleibt dir überlassen. Konkret hilft: dir die letzte derartige Situation bewusst zu machen, um Muster für die nächste zu erkennen.

  1. Rückmeldung und Austausch ersetzen reines Lesen

Beim Lesen bist du meistens allein mit deinen eigenen Beobachtungen. Du merkst vielleicht, dass es dir nach einer bestimmten Mahlzeit schlechter ging, aber du bist dir nicht sicher, ob du die Ursache richtig eingeordnet hast. Diese Rückmeldung von außen, sei es von einer Fachperson oder von anderen Betroffenen, kann reines Lesen einfach nicht ersetzen. Konkret hilft: dir bewusst zu machen, ob es aktuell jemanden in deinem Umfeld gibt, mit dem du deine Beobachtungen besprechen kannst und falls nicht, aktiv danach zu suchen.

Drei Fragen für dich

Wo weißt du eigentlich schon, was dir helfen würde, setzt es aber im Alltag bisher nicht um? Denk an die letzte Situation zurück, in der eine Frage aufkam, für die du keine klare Antwort gefunden hast.
Und: Gibt es aktuell jemanden in deinem Umfeld, mit dem du deine Beobachtungen besprechen kannst?

Zwischen Wissen und gelebtem Alltag liegt ganz natürlich eine Lücke bei so gut wie jedem, mit dem ich arbeite. Diese Lücke einmal klar zu sehen, kann bereits ein wichtiger Schritt sein.

🎧 In dieser Folge von „Der Reflux Real Talk" erfährst du, an welchen drei Stellen die Lücke zwischen Wissen und Alltag bei Reflux typischerweise entsteht und was du an jeder Stelle konkret tun kannst, um sie Schritt für Schritt zu schließen.

Auch aus diesen drei Beobachtungen heraus ist „Reflux Reset – Dein Weg zur Ernährungssouveränität" entstanden. Ich unterstütze in diesem Kurs nicht nur die Menschen, die gerade am Anfang mit ihrer Diagnose stehen, sondern ich bin auch für die Menschen da, die an genau diesen Stellen, über die ich gesprochen habe, einfach allein nicht weiterkommen. Die von Reflux und stillem Reflux Betroffenen, die zwar schon vieles wissen, aber im Alltag, in ungeplanten Situationen oder beim Einordnen ihrer eigenen Beobachtungen feststecken. Deshalb bekommst du im Kurs mein ganz persönliches Feedback genau dort, wo du gerade nicht weiterkommst, z. B. durch die Online-Live-Treffen und die geschlossene Whats App-Gruppe.

Der nächste Start meines Onlinekurses ist der 19.Oktober. Wenn du dich dafür interessierst, kannst du dich sehr gerne unverbindlich auf die Interessentenliste setzen, dann erfährst du als Erstes, wann die Anmeldung startet, ganz ohne Verpflichtung. 
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Gesunder Darm: Warum es kein einzelnes Maß gibt
Dein Darm arbeitet den ganzen Tag und meist unbemerkt. Er transportiert den Nahrungsbrei weiter, nimmt Wasser und Nährstoffe auf und bereitet den Stuhl vor. Von der Mahlzeit bis zum Stuhlgang vergeht dabei häufig mehr als ein Tag und diese Zeit ist von Mensch zu Mensch verschieden. Ein gut arbeitender Darm fällt im Alltag deshalb meist kaum auf.

Einen einzelnen Wert, an dem du ablesen könntest, dass dein Darm „gesund" ist, gibt es nicht. Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2024 kommt zu dem Ergebnis, dass es bisher keine einheitliche, allgemein anerkannte Definition von Darmgesundheit gibt. Auch ein „gesundes Mikrobiom" lässt sich nicht genau festlegen, weil Menschen sich darin stark unterscheiden. Ein Idealbild, an dem du dich messen müsstest, existiert also nicht. Es gibt aber Zeichen, die du selbst beobachten kannst.

Drei Alltagszeichen, die dir Orientierung geben

  • Der Rhythmus: In einer Untersuchung mit zufällig ausgewählten Erwachsenen, bei denen Erkrankungen ausgeschlossen worden waren, lag der Stuhlgang bei nahezu allen zwischen dreimal am Tag und dreimal in der Woche. Das ist eine große Spannbreite. Wichtiger als die Zahl ist, was für dich üblich ist und ob sich daran etwas verändert hat.
  • Die Form: Die Bristol-Stuhlformenskala unterscheidet sieben Formen, von sehr hartem, klumpigem Stuhl bis zu sehr weichem oder flüssigem Stuhl. Als üblich gelten die mittleren Formen. Harter Stuhl kann auf eine eher langsame, sehr weicher auf eine eher schnelle Darmpassage hinweisen. Die Skala ist eine Orientierung und keine Diagnose. Einzelne Ausreißer kommen vor, interessant ist das Muster über mehrere Tage.
  • Wie es sich anfühlt: Gehst du ohne starkes Pressen? Kommt der Drang rechtzeitig? Hast du danach das Gefühl, dass alles draußen ist? Und wie fühlt sich dein Bauch zwischen den Mahlzeiten an? Etwas Luft im Darm kann zur Verdauung dazu gehören.

Kein einzelnes Zeichen sagt für sich allein viel aus. Aussagekräftiger ist das Gesamtbild aus Rhythmus, Form und Gefühl über einen längeren Zeitraum.

Schwankungen einordnen und wissen, wann eine Abklärung sinnvoll ist
Dein Darm reagiert auf vieles: auf Schlaf, Stress, Reisen, bei Frauen auch auf den Zyklus, auf Essenszeiten und manchmal auf Medikamente. Kurze Schwankungen gehören deshalb dazu. Wichtig wird es, wenn sich etwas über mehrere Wochen verändert, ohne dass du einen Grund erkennst. Dann gehört das ärztlich abgeklärt. Das gilt auch, wenn Blut im Stuhl auftritt oder du ungewollt Gewicht verlierst, dann bitte zeitnah. Auch die Leitlinie zum Reizdarm sieht vor, dass zuerst andere Erkrankungen ausgeschlossen werden, bevor Beschwerden als Reizdarm eingeordnet werden.

Für dich mit Reflux heißt das: Wenn Reflux, Völlegefühl und Veränderungen beim Stuhlgang zusammen auftreten, lohnt es sich, sie gemeinsam zu betrachten und nicht jedes für sich.

Dein Praxisimpuls für die kommende Woche

Ergänze heute Abend im Kopf oder in einer kurzen Notiz diesen Satz: „Für mich ist üblich …" Zum Beispiel: „einmal täglich, meist am Vormittag, und mein Bauch ist dabei ruhig." Oder: „jeden zweiten Tag, ohne Druck." So kennst du deine eigene Spannbreite und merkst schneller, wenn sich etwas verändert.

🎯 Eine Woche beobachten: Dein Reflux-Symptom-Tagebuch

Wie hängen deine Mahlzeiten, dein Alltag und deine Beschwerden zusammen? Mit dem kostenlosen Symptom-Tagebuch hältst du eine Woche lang Mahlzeiten, Getränke, Situationen und Beschwerden fest. Veränderungen an deinem Bauch kannst du dort bei den Beschwerden mit notieren.

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Wie hängen deine Mahlzeiten, dein Alltag und deine Beschwerden zusammen? Mit dem kostenlosen Symptom-Tagebuch hältst du eine Woche lang Mahlzeiten, Getränke, Situationen und Beschwerden fest. Veränderungen an deinem Bauch kannst du dort bei den Beschwerden mit notieren. 👉 https://www.sabine-schreiner.de/reflux-symptom-tagebuch/

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🍽️ Refluxfreundlich essen: Dein 3-Tage-Meal Plan → https://www.sabine-schreiner.de/reflux_meal-plan/

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