4 Fehler beim Essen, die Reflux verschlimmern können

4 Fehler beim Essen, die Reflux verschlimmern können

Viele Menschen mit Reflux konzentrieren sich zunächst auf eine zentrale Frage:
Welche Lebensmittel darf ich essen und welche sollte ich besser vermeiden?
Doch in der Praxis zeigt sich häufig, dass Refluxbeschwerden nicht nur von einzelnen Lebensmitteln abhängen.
Auch andere Faktoren spielen eine wichtige Rolle, zum Beispiel Portionsgröße, Essrhythmus oder die Zusammensetzung einer Mahlzeit.

In dieser Folge von Der Reflux Real Talk spreche ich deshalb über vier typische Fehler beim Essen, die Refluxbeschwerden verstärken können.

Warum Essgewohnheiten bei Reflux eine wichtige Rolle spielen

Reflux entsteht unter anderem dann, wenn Druck im Magen entsteht oder wenn die Verdauung stark belastet wird.
Dabei können verschiedene Faktoren zusammenwirken:
• wie stark der Magen gedehnt wird
• wie lange Nahrung im Magen verbleibt
• wie leicht oder schwer eine Mahlzeit verdaut werden kann.
Deshalb lohnt sich der Blick nicht nur auf einzelne Lebensmittel, sondern auch auf Essgewohnheiten und Mahlzeitenstruktur.

 

Fehler 1: Zu große Mahlzeiten können den Druck im Magen erhöhen

Sehr große Mahlzeiten können den Magen stark dehnen.
Wenn der Magen stark gefüllt ist, steigt der Druck im Mageninneren.
Dieser Druck kann den Verschlussmechanismus zwischen Magen und Speiseröhre belasten.
Ist der Druck höher als die Verschlusskraft des unteren Speiseröhrenschließmuskels, kann Mageninhalt leichter in die Speiseröhre zurückfließen.
Viele Betroffene berichten deshalb, dass Beschwerden besonders nach sehr großen Mahlzeiten auftreten.

Fehler 2: Fettreiche Mahlzeiten können Reflux begünstigen

Auch fettreiche Mahlzeiten können Reflux begünstigen.
Fett verlangsamt die Magenentleerung, sodass Nahrung länger im Magen verbleibt.
Dadurch bleibt auch der Druck im Magen länger bestehen.
Zusätzlich können fettreiche Mahlzeiten sogenannte vorübergehende Entspannungen des unteren Speiseröhrenschließmuskels begünstigen und die Produktion von Magensäure anregen.
Typische Beispiele für sehr fettreiche Mahlzeiten sind:
• frittierte und panierte Speisen
• sehr sahnige Gerichte
• fettreiche Fleischgerichte
• reichhaltige Desserts.
Das bedeutet nicht, dass Fett grundsätzlich vermieden werden muss, aber Menge und Kombination innerhalb einer Mahlzeit können eine große Rolle spielen.

Fehler 3: Lange Esspausen können den Magen stärker belasten

Manche Menschen versuchen bei Reflux zunächst, insgesamt weniger zu essen.
Dabei entstehen manchmal sehr lange Esspausen zwischen den Mahlzeiten.
Das Problem dabei ist:
Wenn der Hunger sehr groß wird, essen wir oft schneller und wählen größere Portionen.
Das kann den Magen plötzlich stark belasten und den Druck im Bauchraum erhöhen.
Ein regelmäßiger Mahlzeitenrhythmus kann deshalb für viele Betroffene hilfreich sein.


Fehler 4: Große Mengen Rohkost sind für manche Mägen schwer verdaulich

Rohes Gemüse ist grundsätzlich gesund.
Doch große Mengen Rohkost können für empfindliche Mägen schwerer verdaulich sein.
Rohkost enthält viele Ballaststoffe und feste Zellstrukturen, die im Verdauungsprozess erst aufgeschlossen werden müssen.
Das kann dazu führen, dass Nahrung länger im Magen verbleibt und die Verdauung mehr Arbeit leisten muss.
Viele Menschen mit empfindlichem Magen vertragen deshalb gedünstetes oder gegartes Gemüse besser als große Rohkostmengen.


Reflux besser verstehen: Warum nicht nur Lebensmittel entscheidend sind

Refluxbeschwerden hängen nicht nur davon ab, was gegessen wird, sondern auch davon, wie Mahlzeiten aufgebaut sind und wie der Verdauungstrakt belastet wird.
Oft sind es kleine Veränderungen in Essgewohnheiten und Mahlzeitenstruktur, die bereits einen Unterschied machen können.

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