Ernährungsanpassung bei Reflux: Warum weniger manchmal mehr ist

Wenn Refluxbeschwerden belasten, möchten wir verständlicherweise möglichst schnell etwas verändern. Also weniger Kaffee, kleinere Portionen, früher zu Abend essen, langsamer essen und am besten alles gleichzeitig.
Doch genau das kann die Ernährungsumstellung unnötig schwer machen.

In dieser Podcastfolge von „Der Reflux Realtalk“ erfährst du, warum ein gut gewählter erster Schritt so wertvoll sein kann und wie du eine Veränderung findest, mit der du in deinem Alltag gut starten kannst.

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Wenn Reflux oder stiller Reflux Beschwerden verursacht, ist der Wunsch nach Veränderung verständlicherweise groß. Husten, Räuspern, Heiserkeit, Sodbrennen oder ein unangenehmes Kloßgefühl können den Alltag erheblich beeinträchtigen. Also beginnt häufig die Suche nach Lösungen.
Der Kaffee wird gestrichen, bestimmte Obstsorten vorsichtshalber ebenfalls. Die Portionen werden kleiner, das Abendessen findet früher statt und gleichzeitig sollen neue Rezepte ausprobiert und Mahlzeiten bewusster gegessen werden. Jede einzelne dieser Veränderungen kann zunächst plausibel erscheinen.
Die Schwierigkeit beginnt häufig dann, wenn viele Maßnahmen gleichzeitig umgesetzt werden.

Warum zu viele Veränderungen die Orientierung erschweren können
Wenn du gleichzeitig fünf oder zehn Dinge an deiner Ernährung veränderst und deine Beschwerden anschließend besser werden, stellt sich eine wichtige Frage:

Was davon hat eigentlich geholfen?
War es die kleinere Portion? Das frühere Abendessen? Ein bestimmtes Lebensmittel? Das langsamere Essen? Oder eine Kombination aus mehreren Faktoren?
Je mehr Veränderungen gleichzeitig stattfinden, desto schwieriger kann es werden, solche Zusammenhänge zu erkennen. Hinzu kommt, dass jede neue Gewohnheit Aufmerksamkeit braucht. Wer gleichzeitig anders einkaufen, kochen, essen und seinen Tagesablauf verändern möchte, verlangt sich im Alltag einiges ab.

Eine Veränderung kann ein guter Anfang sein
Eine einzelne Veränderung wird wahrscheinlich nicht sämtliche Refluxbeschwerden lösen. Darum geht es auch gar nicht, sie kann aber ein sinnvoller Ausgangspunkt sein. Wenn du dich zunächst auf einen Schritt konzentrierst, kannst du ihm Zeit geben, seinen Platz in deinem Alltag zu finden. Das erleichtert es vielen Menschen, tatsächlich dranzubleiben und aus einer bewussten Veränderung nach und nach eine neue Gewohnheit werden zu lassen. Gleichzeitig kannst du genauer beobachten, was sich verändert.
Das schafft nicht nur Orientierung, sondern kann auch Vertrauen schaffen: Ich kann etwas verändern, ohne mein gesamtes Leben auf den Kopf zu stellen.

Womit solltest du bei Reflux beginnen?
Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Denn Refluxbeschwerden, Ernährungsgewohnheiten und Lebenssituationen unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Für die eine Person kann ein regelmäßiges Frühstück ein sinnvoller Anfang sein. Für eine andere eine feste Mittagspause. Wieder jemand anderes möchte zunächst langsamer essen.
Die entscheidende Frage lautet deshalb weniger:
„Was ist die wichtigste Veränderung bei Reflux?“
Sondern zunächst:
„Mit welcher Veränderung kann ich jetzt gut in meinem Alltag starten?“
Der erste Schritt sollte realistisch und umsetzbar sein.

Drei Fragen für deinen ersten Schritt
Wenn du deine Ernährung verändern möchtest, können dir drei Fragen als erste Orientierung dienen:

  1. Welche mögliche Veränderung beschäftigt mich im Moment besonders?

Vielleicht gibt es einen Punkt, über den du schon länger nachdenkst oder der dir im Alltag immer wieder auffällt.

  1. Mit welcher Veränderung könnte ich im Moment gut starten?

Wähle zunächst etwas, das sich realistisch in deinen Alltag integrieren lässt.

  1. Woran würde ich merken, dass mir diese Veränderung guttut?

Es muss keine spektakuläre Veränderung sein. Vielleicht fühlst du dich nach einer Mahlzeit einfach wohler, isst entspannter oder stellst fest, dass dir die neue Gewohnheit leichter fällt als gedacht.

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